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Guitar Man Christoph Renner

Einer der bekanntesten Gitarristen in der Region

Die allererste Begegnung mit Musik? Christoph Renner war gerade mal acht, unterwegs zur Bushaltestelle – Walkman auf den Ohren, „20 Greatest Hits“ auf Kassette. Die Beatles, die es zu dieser Zeit schon mehr als 15 Jahre nicht mehr gab, liefen rauf und runter. Aber die Musik hat ihn von da an nicht mehr losgelassen, und heute ist er Profi und einer der bekanntesten Gitarristen in unserer Region.

Ein Schlüsselmoment: „Come Together“ – die erste zumindest "angezerrte" Gitarre. Und dann 1986: „The Final Countdown“ der schwedischen Band Europe. Eigentlich war Christoph damals Formel-1-Fan. Doch dieser Song, dieser Ohrwurm, katapultierte ihn in die Welt der Musik.

Platten gab’s im Bertelsmann-Club, dem Abo des Vaters, Christoph durfte manchmal für sich eine Platte aussuchen. Oder vom Taschengeld. Zuerst verschlang er die Bravo, dann entdeckte er, dass es ganze Magazine für seine Musikrichtung gab – der „Metal Hammer“ verschlang ein halbes Taschengeld. Aber die Initialzündung blieb: „The Final Countdown“.

Mit der Gitarre war es anfangs so eine Sache. Er bekam eine - aber nicht die ersehnte E-Gitarre. "Der Bub soll erst mal mit einer Konzertgitarre anfangen." Unterricht im Dorf, die ersten Griffe. Begeisterung? Ging so. Christoph wollte eben Strom unter den Fingern, keine Lagerfeuerversion.

Erst lernen, dann üben

Aber wie alle Eltern sagten auch die seinen: „Erst lernen, dann üben.“ Und so zog sich das hin – bis zur Konfirmation. Endlich hatte Christoph Geld in der Tasche, endlich frei. In Pforzheim entdeckte er ein Musikgeschäft, das schon damals clevere Anfängersets im Angebot hatte: Gitarre, Verstärker, Kabel, Ständer, Plektren, Gurt – alles zusammen für 725 Mark. Für Christoph ein kleines Vermögen. Für heutige Maßstäbe war das Set Schrott, aber für ihn war es der Schlüssel in eine neue Welt.

Und er übte. Stundenlang. Die Eltern mussten bremsen: „Wenn du so weitermachst, schaffst du die Schule nicht!“ Am Ende schaffte er sie trotzdem – trotz Auseinandersetzungen über die Haarlänge und trotz endloser Gitarrenriffs.

Mit 15 dann die erste Band

„Hard Art“ – eine Schülerband, sogar mit richtigen Proberaum. Christophs Vater chauffierte ihn regelmäßig Woche für Woche zur Probe. „Wild Thing“ von den Troggs war einer der ersten Songs – da stand Christoph sogar am Mikro. Der Gesang war letztendlich nicht sein Ding, aber der Rock-Virus hatte ihn endgültig erfasst.

Eigentlich hätte er gern eine Musikschule besucht, aber das damalige Angebot war nichts für ihn – nur Jazz und Klassik. Notenlesen? Muss nicht sein. Stattdessen machte er eine Ausbildung zum Fremdsprachensekretär, Steno inklusive. Maschineschreiben, sagt er heute, sei das Nützlichste gewesen, was er in der Schule gelernt hat.

Nach Zivildienst und Ausbildung als Großhandelskaufmann stieß er eines Tages auf einen Aushang: "Coverband sucht Gitarristen. 40 Auftritte pro Jahr." Telefonnummer drauf. Christoph trug das Papier tagelang mit sich herum, bis er sich traute. Ein Anruf, Chris Becker, Gründer und Kopf der Band, war am anderen Ende, ein Vorspielen – und er war drin. Die Band: Deafen Goblins, in der Region damals schon ein Name. Repertoire: an die 60 Songs, "kompatibel" von Hochzeitsfeier bis Dorffest. Christoph kannte 30 Stücke nicht – er nahm zwei Tage Urlaub, zog sich die Stücke rein – und stand auf der Bühne.

Zwölf Jahre lang spielte er mit den Goblins, bis zu 80 Auftritte im Jahr. Tagsüber arbeitete er im Großhandel, Teilzeit, sicherheitshalber. Rockstar-Träume schön und gut – aber einen Plan B zu haben, war gar nicht schlecht.

Der Schritt zum Profi

Irgendwann kam das Verlangen nach etwas Neuem: Christoph gründete 2010 die Band "Bombshells", was so viel heißt wie Sexbombe oder etwas, das wie eine Bombe einschlägt. Auch dies eine Coverband, diesmal mit Sängerin. Die Band ist noch heute eine der erfolgreichsten in der Region und sehr gut gebucht.

Als sein Job aufgrund einer Fusion wegfiel, wagte Christoph den Sprung ins kalte Wasser: Er lebt jetzt ganz von der Musik, also von Auftritten seiner diversen Bands sowie weiteren Engagements, Und nebenbei gibt er sein Können und Wissen weiter: Privat gibt er Kurse in Landau, in Maikammer und Neustadt unterrichtet er an der Musikschule "Musicpalace", mit Schülern fast von 9-99. Was gefragt ist, hängt vom Zeitgeist ab: Mal Metallica, mal Taylor Swift. Vor allem, als Swift durchstartete, saßen plötzlich ganze Klassen voller 12-jähriger Mädchen mit Fender-Gitarren vor ihm. Fender verdankte ihr einen ordentlichen Umsatzschub – und Christoph jede Menge Unterrichtsstunden.

Außer den Bombshells, spontanen Auftritten mit anderen und Einzelengagements spielt Christoph neben den "Bombshells" bei "20Dark7", einer Hardrockband, bei der er sogar die Gitarre gegen den Bass tauscht, und die bereits Alben veröffentlicht haben. Die "Hard'n'Heavy Godz" wiederum spielen die größten Hits der goldenen Ära des Hardrock und Heavy Metal, von Bands wie AC/DC, Aerosmith, Black Sabbath oder Deep Purple.

Highlights

Sein Lieblingssong? Wechselt natürlich mal, aber im Grunde noch immer der "Final Countdown". Und die Lieblingsband? "Van Halen". Die Band hat er mal live gesehen – ein Erlebnis, das ihn bis heute prägt.

Und einige seiner musikalischen "Helden" hat er sogar persönlich getroffen bzw. war mit ihnen auf Tour: Einer dieser internationalen Stars ist Robert Tepper (Welthit „No Easy Way Out“ 1986). Mit Cherie Currie (Sängerin bei „The Runaways“) tourte er im November 2024 durch Großbritannien, und mit seiner eigenen Band "Nasty Bulletz" hat er 2013 sogar im legendären "Whisky à Go Go" in Los Angeles gespielt, 2014 dann auch in London.

Und für all seine Verdienste bekam Christoph 2019 den Südpfälzer Musikerpreis des Herxheimer Vereins Interkunst verliehen.

Christoph und Jasmin

Aber Christoph hat nicht nur eine (nein, viele!) Gitarre(n) und eine lange Playlist, er hat auch Jasmin Perret – eine tolle Frau und Sängerin. Schon vor gut 14, 15 Jahren hat sie eigene Songs geschrieben; damals noch keine Selbstverständlichkeit in der Region. Das hat Christoph tief beeindruckt. Kein Wunder, dass aus Kollegen irgendwann Lebenspartner wurden. Und einen Sohn haben die beiden inzwischen auch.

Christoph und seine Frau Jasmin vor ihrem Hochzeitsbild

Jasmin macht musikalisch ihr "eigenes Ding", sie sind aber immer wieder auch zusammen zu erleben, auch als Duo.

Familienleben und Bühnenzeit miteinander zu vereinbaren, ist nicht immer ganz einfach. Anfangs probte Jasmin oft mit dem Baby auf dem Arm – sozusagen zwischen Windel und Refrain. Bei Konzerten wird die Organisation manchmal schwierig, sich überschneidende Auftrittstermine machten anfangs oft einen Babysitter nötig. Aber die beiden schaffen es, Familie und Musik unter einen Hut zu bringen, mit Pragmatismus und manchmal auch Improvisationstalent.

Und die Zukunft?

Christophs Wunsch? Kurz und auf den Punkt kommt die Antwort: so lange wie möglich genau das zu tun, was er seit Jahren macht. Auf der Bühne stehen, unterrichten, Musik leben – und keine Lust, das aufzugeben.

Von der Bushaltestelle mit dem Walkman bis zum Profijob in vielen Bands: Christophs Liebe zur Musik ist immer da geblieben – und mit Jasmin an der Seite ist sie lauter, vielfältiger und, ja, auch familienkompatibel geworden.

INFOBOX
Homepage von Christoph Renner, hier gibt's auch Infos zu weiteren Musikprojekten von Christoph

The Bombshells

TwentyDarkSeven

Hard & Heavy Godz

Christoph unterrichtet an der Musikschule Musicpalace in Landau und Neustadt

Website von Jasmin Perret

Dieser Beitrag wurde geschrieben von: Redaktion

Fotos © Christoph Renner, Redaktion (1)

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