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Schwarzlicht-Minigolf mit Wow-Effekt

Zwischen Steampunk, Meerjungfrau und Dschungel

Wer bei Crazy Duck in Landau die 3D-Brille absetzt, stellt fest: Die Welt bleibt trotzdem ziemlich verrückt. Figuren treten aus den Wänden, Landschaften wachsen rund um die Minigolfbahnen, Farben leuchten im Schwarzlicht. Vier fantasievolle Themenwelten hat Alfred Löffler hier selbst geplant und gestaltet: vom Steampunk-Hangar über die Unterwasserwelt und den Strand bis zum Dschungel. Und plötzlich ist Minigolf mehr als ein Spiel – für Kinder genauso wie Erwachsene.

Das Besondere: Das räumliche Erlebnis funktioniert auch ohne 3D-Brille. "Nicht jeder mag oder verträgt die Brillen", sagt Löffler. "Wer möchte, setzt sie auf und verstärkt damit manche Effekte – nötig ist sie nicht."

Beim Punktezählen bleibt's im Crazy Duck bewusst klassisch analog: zum Einsatz kommen Stift und Zettel, nicht das Handy. "Die Leute sollen miteinander spielen, gemeinsam etwas erleben – lachen, sich über einen gelungenen Schlag freuen oder auch mal kräftig ärgern, wenn der Ball partout nicht ins Loch will.“

Schon immer dreidimensional

„Ich hatte schon immer ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen“, sagt Alfred Löffler und erinnert sich an eine Aufgabe in der Schule: „Wir sollten einen Traktor malen. Die anderen haben alle zweidimensional gemalt. Meiner war schon dreidimensional.“

Das Malen gehörte schon früh zu seinem Leben. Sein Vater malte selbst viel, war mit seinen Werken aber selten zufrieden. Die übrig gebliebenen Farben bekam der Sohn. „Da war dann natürlich alles Mögliche vermischt. Irgendwann war auch kein Weiß mehr da.“ Umso mehr freute sich Alfred, als er sich endlich seine eigenen Farben kaufen konnte.

Schon immer gern geschraubt

Alfred Löffler am Steuer seines Peugeot, Baujahr '56

Neben dem Malen begeisterte sich Löffler schon früh für Autos, Motorräder und Maschinen. Er wurde Kfz-Mechaniker, schraubte an Autos und Motorrädern – und verband bald beides miteinander. Mit 18 oder 19 kaufte er sich eine Airbrush-Pistole und probierte sich an einer alten „Schleuder“ aus. Flammen auf Autos und Motorrädern waren damals angesagt. Später bemalte er Motorradhelme, Motorhauben, Harley-Davidson-Tanks und Fahrräder. Später machte er auch noch seinen KfZ-Meister.

Gleichzeitig bildete er sich künstlerisch weiter. Schließlich legte er seine Arbeiten einem Fachgremium vor und wurde als bildender Künster anerkannt. Neue Herausforderungen warteten: die Gestaltung großer Wandflächen. "Ob man vor einem Bild oder einer riesigen Wand steht, ist ein großer Unterschied: Den Blick hat man – oder man hat ihn nicht.“

„Das müsste doch besser gehen“

Er gestaltete Wandflächen in Diskotheken und lernte dabei, ganze Räume in Szene zu setzen. Auf einer Messe sah er schließlich, wie Schwarzlicht beim Minigolf eingesetzt wurde. Die Idee gefiel ihm, die Umsetzung weniger. Im Grunde waren es die bekannten Bahnen von draußen: mit Schwarzlichtfarben aufgepeppt, ein paar Leuchtblumen draufgestellt und dazu grell fluoreszierende Teppiche. „Augenkrebs“, sagt Löffler trocken.

Er entwickelte seine Vision von dreidimensionalen Schwarzlichtminigolfbahnen. Dabei schwebten ihm ganze Welten vor – mit plastischen Figuren und Bahnen, die selbst Teil der Szenerie sind. Das war damals völlig neu. Hier kam zusammen, was Löffler ausmacht: handwerkliches Geschick, ein künstlerisches Auge und sein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen.

Eine erste solche 3D-Anlage gestaltete Löffler als Auftragsarbeit in Koblenz/Neuwied, zwei Jahre später eine Schwarzlicht-Minigolfanlage in Aarau/Schweiz.. Dann kam eine Anfrage aus Landau. In einer Halle, in der zuvor ein Indoorspielplatz untergebracht war, sollte etwas Neues entstehen. Ob er Lust hätte, dort eine Schwarzlicht-Minigolfanlage aufzubauen und auch selbst zu betreiben?

Löffler sagte zu. Es reizte ihn, in Landau seine eigenen Vorstellungen realisieren zu können. Heute weiß er: Es war die richtige Entscheidung. Dabei hätte der Start kaum ungünstiger laufen können. Crazy Duck eröffnete kurz vor Corona, wenig später brach die gesamte Freizeitbranche ein. „Ich hab durchgehalten. Nachdem die Bestimmungen wieder gelockert wurden, war’s eigentlich nur ein Geldwechseln. Aber mir war wichtig, mein Personal zu halten und ihm Sicherheit zu geben.“

Es dauerte, bis sich das Geschäft davon erholte. Inzwischen läuft die Anlage gut. „Das ist mein Baby“, sagt Löffler. Und um das kümmert er sich bis heute selbst, arbeitet mit, schaut nach dem Rechten und pflegt einen unkomplizierten Umgang mit seinen Leuten. „Ich bin Typ Kumpelchef“, sagt er und lächelt.

Auch wenn Crazy Duck Alfreds „Baby“ ist, trägt die Familie das Projekt mit. Seine Frau Sophie arbeitet einen Tag in der Woche in einer Apotheke und kümmert sich ansonsten vor allem um die Familie. Die beiden Töchter, 12 und 14 Jahre alt, sind oft in der Anlage, bringen gerne ihre Freundinnen mit. Und auch Alfred und Sophie treffen sich dort mit Freunden. „Hier gibt’s auch immer Pizza“, sagt Löffler und lacht. So ist Crazy Duck längst nicht nur Arbeitsplatz und Geschäft, sondern auch ein Ort, an dem sich Familie und Freunde treffen.

Der Gastronomiebereich im Crazy Duck

Und ist der Künstler auch privat "crazy"?

Ein Blick auf den Firmenwagen könnte die Frage eigentlich schon beantworten. Kein moderner Transporter steht da vor der Halle, sondern ein glänzend-schwarzer Peugeot von 1956 – mit Handschaltung und Winkern statt Blinkern. Natürlich restauriert von Löffler selber.

„Er ist schon anstrengend“, sagt seine Frau Sophie und lacht. Alfred sei ein typischer Wassermann: Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt habe, müsse es möglichst zeitnah passieren. Sie selbst sei da eher zurückhaltender.

Crazy Duck - woher kommt der ungewöhnliche Name?

"Ich wollte auf keinen Fall die übliche Kombination aus 'Schwarzlicht-Minigolf' und Ortsnamen." Also saß er zu Hause am Esszimmertisch, grübelte – und präsentierte Sophie immer neue Vorschläge. „Die Namen wurden immer länger und skurriler“, erinnert er sich. Drei Tage ging das so.

Bis eine der Töchter ins Zimmer kam und ihren Rucksack auf den Boden warf. Darauf: ein gelber Entenkopf. Alfred sah ihn – und plötzlich war die Idee da: „Was hältst du von Crazy Duck Schwarzlicht-Minigolf?“

Der Name blieb. Das Logo entwarf Löffler natürlich auch selbst. Der Rest ist Geschichte.

Und was kommt als Nächstes bei einem, der offenbar immer etwas zu malen, zu bauen oder zu schrauben findet? Einen großen Plan für die Zukunft hat Alfred Löffler jedenfalls nicht. „Ich lebe im Jetzt“, sagt er.

Wobei Sophie vermutlich weiß: Wenn ihrem Wassermann morgen etwas Neues in den Kopf kommt, wird es mit dem „Jetzt“ ziemlich schnell ernst.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben von: Redaktion

Fotos © Redaktion, privat