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Wollmesheim – Das kleinste Stadtdorf

Ein Rundgang mit Ortsvorsteher Rolf Kost

In loser Folge wollen wir hier unsere 8 Stadtdörfer und ihre Ortsvorsteher vorstellen. Mit Wollmesheim geht es los, das nächste Stadtdorf wird Dammheim sein.
Seit 2014 ist Rolf Kost Ortsvorsteher von Wollmesheim – und man merkt sofort, dass er sein Amt gerne und mit viel Herz ausfüllt. Wollmesheim, das kleinste der acht Stadtdörfer von Landau, gehört zu jenen Orten, in denen Gemeinschaft nicht nur ein Begriff ist, sondern gelebte Realität. Man kennt sich, man duzt sich, man packt gemeinsam an – und genau das macht den besonderen Charme des Ortes aus.

Wollmesheim: Geschichte zum Anfassen

Ortsvorsteher Rolf Kost

Das Dorf blickt auf eine beeindruckend lange Historie zurück: 2007 wurde das 1.000-jährige Jubiläum gefeiert. Der Kirchturm gilt als der älteste der gesamten Pfalz – früher soll er über einen unterirdischen Gang mit dem Dorf verbunden gewesen sein. Historische Funde aus dem berühmten Fürstengrab von Wollmesheim sind heute im Historischen Museum Speyer zu sehen und zeugen von der kulturellen Bedeutung des Ortes über die Jahrhunderte hinweg. 1972 wurde Wollmesheim schließlich nach Landau eingemeindet.

Ehrenamt: Das Herz des Dorflebens

Vereine halten das Ortsleben lebendig: Landfrauen, Trachtengruppe, Zumba-Gruppe, Musik, Kultur, oder der Sportverein, der älteste und größte Verein im Dorf – viele sind irgendwo engagiert. Die Kerwe am vierten Augustwochenende funktioniert deshalb wie von selbst: „Bei uns gibt es immer genug Helfer“, sagt Kost. Bemerkenswert: Der Gewinn der Kerwe geht nicht an einzelne Vereine, sondern stets an das gesamte Dorf – zuletzt etwa für den Bau des neuen Kinderspielplatzes.

Pfälzer Genuss und gelebter Zusammenhalt

Rund 800 Menschen leben derzeit in Wollmesheim. Ein zentraler Anlaufpunkt ist die Metzgerei Joachim – heute etwas Besonderes, denn klassische Metzgereien sind selten geworden. Sie bietet feine Pfälzer Spezialitäten, die auch Touristen schätzen und gerne mit nach Hause nehmen.

Einen Bäcker gibt es nicht mehr, ebenso keinen Lebensmittelladen. Doch Not macht erfinderisch: Oft wird füreinander eingekauft – ein kleines, alltägliches Beispiel dafür, wie selbstverständlich Hilfe hier funktioniert. Und wer lokale Spirituosen liebt, findet im Ort sogar einen kleinen Schnapsladen.

Bildergalerie: Rundgang durch Wollmesheim
Fotos: Diethard Wehn

Im „Taubenschlag“ des Ortsvorstehers

Kost selbst arbeitet ehrenamtlich – ca. 15 bis 20 Stunden pro Woche –, und das mit sichtlicher Freude. Sein Büro ist ein ständiger Treffpunkt: Weinmeldungen, Beglaubigungen, Fragen aller Art oder einfach ein freundliches „Guten Tag“, wenn die Tür offensteht. „Ich nehme mir gerne Zeit für die Menschen und ihre Anliegen.“

Gemeinsam mit elf engagierten Ratsmitgliedern hält er den Ort in Bewegung. Via WhatsApp-Gruppen, kurzen Wegen und regelmäßigen Treffen im Ratssaal wird entschieden, was entschieden werden kann. Ein Erfolg, auf den er besonders stolz ist: der hart erkämpfte Geldautomat – der einzige westlich der Bahnlinie.

Als kleinstes Stadtdorf erhält Wollmesheim auch die geringste finanzielle Unterstützung. Trotzdem müssen Ausgaben gestemmt werden: Pflege des schönen Friedhofs mit dem alten Baumbestand, Entsorgung großer Laubmengen, zunehmende Vermüllung der Feldwege, illegale Ablagerungen von Autoreifen oder Möbeln – all das belastet das Budget stark.

Für Kerwe, Seniorennachmittag oder Neujahrsempfang existiert aber ein eigener Etat, denn: „Solche Feste sind wichtig für die Gemeinschaft.“

Der Dorfplatz – ein lebendiger Ort voller Farbe

Ein echtes Highlight ist der neu gestaltete Dorfplatz mit dem großen Graffiti-Wandbild von Künstler Till Heim. Der aktive Bürger-Förderverein machte dies möglich. Das Werk zeigt Szenen aus dem Dorfleben, vom Maibaumstellen bis zu liebevollen Details, die man erst auf den zweiten Blick erkennt.

Fest am Dorfplatz - am Giebel das von Till Heim gestaltete Werk

Der Platz hat sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt: Boule wird regelmäßig gespielt, und mittwochs gibt es bei gutem Wetter Seniorennachmittage mit Kaffee und Kuchen, gebacken von engagierten Frauen aus dem Dorf.

Beliebt ist auch der offene Bücherschrank, der in die überdachte Bushaltestelle integriert wurde. Während man auf den Bus wartet, kann man stöbern, tauschen, lesen. Lange warten muss man ohnehin selten – die Busanbindung ist gut, und die neue Flexline macht das Fahren besonders komfortabel.

Wanderlust: Von Wollmesheim Mütterle zur Kleinen Kalmit

Ein echter Magnet, auch für Touristen, ist der Treffpunkt am Wollmesheimer Mütterle. Von dort führt ein reizvoller Weg zur Kleinen Kalmit. Oben angekommen belohnt die kleine Kapelle mit einem wunderbaren Blick auf den Pfälzerwald und das Dorf.

Die Broschüre „Wein, Wege, Wollmesheim“ lädt zu weiteren Spaziergängen ein – Kelterweg, Weiherweg oder Rundgänge zum idyllischen Landschaftsweiher, einem kleinen Naturparadies am Rande des Pfälzerwaldes. Wer sich dafür interessiert, kann sie im Ortsvorsteherbüro bei Rolf Kost erhalten.

Auch einige Kunstwerke von Luise Unger, einer Bildhauern aus Wollmesheim, laden zum Betrachten ein.


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Was wünscht sich der Ortsvorsteher?

Auf die abschließende Frage nach einem Wunsch unabhängig von irgendwelchen Geld- und Ressourcengrenzen strahlt Kost: „Den Ausbau des Dorfplatzes über die Straße hinweg bis zum Vorplatz der Raiffeisenbank – als eine einzige Einheit, mit gleichem Pflaster und schönen Pflanzkübeln.“

Die Pläne existieren bereits – doch noch fehlen die Mittel. Aber vielleicht geht dieser Wunsch irgendwann doch noch in Erfüllung. Man weiß ja nie.

INFOBOX

Homepage der Gemeinde https://wollmesheim.com/de/

Auf dieser Homepage weitere Infos über die Evangelische Kirche, die älteste Kirche der Pfalz

Wollmesheim bei Wikipedia

Dieser Beitrag wurde geschrieben von: Redaktion

Fotos © Redaktion, Gemeinde Wollmesheim (1), Karte: OpenStreetMap

Tags: #Stadtdorf  #Wollmesheim  #RolfKost  #Kirche  #Kerwe  #Ehrenamt  #Engagement  #Zusammenhalt  #Landfrauen  #Trachtengruppe  #Zumba-Gruppe