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Till Heim: Graffiti-Künstler aus Landau

Streetart als Bereicherung des Stadtbilds

„So viele graue Wände. Bemalt wären sie schöner.“ Ein Gedanke, der dem Urban Artist Till Heim immer wieder durch den Kopf geht – beim Joggen, beim Radfahren, beim Jonglieren. Diesen Gedanken hat er schon oft realisieren können. Er ist weltweit unterwegs, um so unterschiedlichste Projekte umzusetzen und Fassaden zu gestalten.

Street Art - Bereicherung des Stadtbilds

Foto von Verena Geistlich

Till Heim, auch bekannt als "Sign", gehört zu den Graffiti-Künstlern der ersten Generationen. Sein erstes Bild sprühte er mit 17 für seinen Bruder, halb legal, unter einer Brücke. Damals ein wichtiges Erlebnis für ihn, denn "Plötzlich gehört man dazu. Zu einer größeren Sache, Zu einer Gemeinschaft."

Seine Karriere begann er als Teil des Teams VIA GRAFIK: Sechs befreundete Künstlerinnen und Künstler, die gemeinsam einen neuen Stil entwickelten und die man in der Szene kennt. 2002 stellten sie mit Banksy in Hamburg aus und wurden durch Ausstellungen und Magazine im In- und Ausland bekannt.

Nächtliche Begegnung mit der Kunst

Von Till Heim stammt auch die Rückseite der BücherboXX im Südpark. Monika Wehn, Initiatorin dieses öffentlichen Bücherschranks erinnert sich: "Ich war dabei, 2019, nachts in einer Werkshalle, als Till Heim die Rückwand der Bücherboxx im Südpark gestaltete. Ich fand das faszinierend, die Entstehung mitzuverfolgen. Zuerst der Entwurf, dann wurde das Motiv mit einem Projektor auf die Wand geworfen, Konturen nachgezeichnet, Farben abgestimmt. Teilweise mit Schablonen, oft freihändig, natürlich mit Atemschutzmaske. Ein wirklich spannender Prozess, ich hätte nicht gedacht, dass das so aufwändig ist. Hier gings ja nur um eine kleine Fläche. Wieviel Arbeit steckt dann erst in einer riesigen Wand?"

Bildergalerie: Till Heim

Kunst im öffentlichen Raum

Am Ebenberg

In Landau hat Till Heim im Auftrag des Bauamts inzwischen mehrere großflächige Wandmalereien gestaltet. So zeigen seine farbenfrohen, durchdachten Werke, wie Street Art zur Bereicherung des Stadtbilds werden kann. Man findet sie zum Beispiel am Aussichtsturm am Ebenberg, an der Brücke vor der Stadtbibliothek, am Bolzplatz Südwestpark.

Legale Flächen, die besprüht werden dürfen

Hingeschmierte Schriftzüge, z.B. an Hauswänden, gelten als Sachbeschädigung und verschandeln das Stadtbild. Für alle, die üben wollen, wie man mit der Spraydose Kunstwerke schafft, stellen manche Städte - auch Landau - freie Flächen zur Verfügung. Welche das sind, und wie man die Genehmigung dazu bekommt, erfährt man beim Stadtbauamt, Mobilität und Verkehrsstruktur.

Heim dazu: "Die größte legale Fläche ist aktuell bei Gummimeier am Füllhorn. Doch die wird demnächst abgerissen. Es wäre sehr schön, wenn die Stadt weitere Flächen zur Verfügung stellen würde."

Tipps für alle, die Graffiti-Kunst erlernen wollen?

Einfach anfangen“, sagt Till Heim. „Am besten mit Skizzen auf Papier. Und dann: üben, üben, üben.“ Er rät dazu, sich gute Vorbilder zu suchen – nicht zum Nachmachen, sondern zum Lernen. Wichtig sei vor allem, den eigenen Stil zu entwickeln. Das kann dauern, und Fehler gehören unbedingt dazu. „Graffiti lebt davon, dass es nicht perfekt ist. Es ist direkt, ehrlich, und oft überraschend.“

Wer sich verbessern will, soll nicht nur sprayen, sondern auch schauen, was andere machen – auf Wänden, aber auch in Büchern oder online.

Man kann auch eine Plane oder Pappe an eine legale Wand anbringen und dort etwas üben, ohne andere Bilder zu zerstören. Denn: „Respekt vor dem Werk anderer – das gehört immer dazu.“

Till Heim bei der Arbeit in Wollmesheim

Ausdruck von Freiheit

Moderne Graffiti entstanden in den 1970er Jahren in New York. Jugendliche begannen, ihre Namen – sogenannte „Tags“ – auf Züge und Wände zu schreiben. Daraus entwickelten sich bald großflächige, bunte Bilder: sogenannte „Pieces“. Graffiti wurde ein Teil der Hip-Hop-Kultur und verbreitete sich weltweit.

Für Till Heim ist Graffiti vor allem eines: Ausdruck von Freiheit. Alles ist möglich – von politischer Aussage bis reiner Freude an der Form. Was zählt, ist die Energie, die innere Bewegung. Seine Werke in Landau zeigen das deutlich: Farben, Figuren, Formen – immer mit Aussage, oft mit Lebensfreude. Solche Bilder sind viel schöner als graue Wände.

INFOBOX
Website mit einer Auswahl seiner Werke https://sign-till-heim.com/

Website, die Kunden anspricht. https://www.auftrags-graffiti.com/

Instagram: https://www.instagram.com/sign_till_heim/

Ergänzung

Dezember 2025: Hier das endgültige Ergebnis der im Video gezeigten Arbeit von Till Heim am Dorfplatz in Wollmesheim.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von: Redaktion

Fotos © Till Heim, Verena Geistlich, www.instagram.com/verenas.visuals

Tags: #Till Heim  #Graffiti  #Wall Art  #Sprayen  #Kunst