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Samuel Soffel – Abteilungsleiter beim Turnverein Landau

Inspiriert, begeistert und vereint Kinder durch Sport

Wenn Samuel Soffel über das Turnen spricht, dann leuchten seine Augen – so, wie sie wohl schon leuchteten, als er mit sechs Jahren das erste Mal in eine Turnhalle kam. Im Nachbardorf fand er, was er suchte – Gerätturnen, echten Sechskampf, Herausforderungen. Und mit 14 traf er eine Entscheidung, die sein Leben prägen sollte: „Ich werde Trainer.“

Früh Verantwortung übernehmen

Mit 14 machte er den Trainerschein. Zwei Jahre später hatte er den Jugendleiterschein in der Tasche, half bei Freizeiten, lernte, mit Kindern umzugehen, Verantwortung zu übernehmen – und Spaghetti mit Tomatensoße ohne Hände zu essen, ein legendäres Highlight bei den Freizeiten, das bis heute für Lacher sorgt. „Die beste Entscheidung war, dass meine Eltern mich mit 8 Jahren zum ersten Mal zu einer Skifreizeit bei der Sportjugend anmeldeten. Ich fand die Betreuer so cool, so wollte ich auch werden.“ Und auch sein Berufswunsch war früh klar, inspiriert durch den Sport und Umgang mit Menschen: er wollte als Förderschullehrer arbeiten.

Neuanfang in Landau

Als er 2012 zum Studium nach Landau kam, schrieb er den Turnverein an – zwei Tage später stand er schon in der Halle. „Da waren zwei Kinder in dem Kurs“, erinnert er sich. Damals lag die Turnabteilung des Turnvereins in Landau weitesgehend brach, mit ca. 50 Kindern - heute gehören ca. 500 Kinder dazu.

Mit seinem engagierten Einsatz hat Soffel großen Anteil daran, dass der Verein so wuchs und wieder lebendig wurde: Eltern-Kind-Turnen, Kinderturnen, Geräteturnen, Leistungsturnen, offene Turnstunden für jederman. Eine ganze Reihe an Bewegungsmöglichkeiten für die turnbegeisterten Mitglieder.

Heute stellt der Turnverein Landau die meisten Teilnehmer beim Rheinland-Pfalz Meisterschaften im männlichen Bereich und auch die Damen entwickeln sich in der Pfalz zu einer Turnhochburg. Darauf ist er stolz.

Vision und Engagement

Aber Soffel ist kein Mensch, der einfach nur trainiert. Er denkt größer. Kreativer. Als die neue Turnhalle gebaut wurde, hatte er eine Vision: Eine Schnitzelgrube – ein Becken voller Schaumstoffwürfel, damit gefahrlos trainiert werden kann. „Wenn du in 6 Monaten 25.000 Euro Spenden bringst, bauen wir das ein“, bekam er als Antwort. Und machte sich auf den Weg: Er lief durch Hörsäle, stellte 30 Schuhkartons voller Schaumstoffschnipsel auf, verteilte Zettel in der Fußgängerzone und motivierte die Menschen zum Abstimmen. „Das war eine Wahnsinnszeit“, sagt er.

Sechs Monate später hatte er zusammen mit dem gesamten Turnteam 35.000 Euro gesammelt. Und heute steht die Schnitzelgrube in der Halle – Symbol für Mut, Ausdauer und Überzeugungskraft.

Förderschullehrer und Vorbild

Diese Eigenschaften prägen auch seine Arbeit als Förderschullehrer. Dort, wo Kinder manchmal andere Wege brauchen, spürt er dieselbe Energie wie beim Turnen. „Wenn es bei einem Schüler Klick macht, mit einer kreativen Methode versteht, dass drei plus drei sechs ergibt – dann sehe ich das Leuchten in den Augen. Und das ist unbezahlbar.“

Ehrenamt mit Herz

Er weiß, dass ein Teil der Gesellschaft durch Leistung funktioniert – aber auch, dass ein großer Teil unserer Gesellschaft Unterstützung braucht. Und dass beides zusammengehört.

Seine Energie zieht er aus Begegnungen mit Menschen, die genauso brennen wie er. Einige seiner ehemaligen Turnkinder sind heute selbst Trainer. „Das ist das Schönste“, sagt er, „wenn du siehst, dass du ein Feuer in anderen entfachen konntest.“

Ehrenamt ist für ihn kein Lückenfüller, sondern Lebensschule. Seine Eltern haben ihn von Anfang an unterstützt – auch finanziell, damit er über die Runden kam. Als Ausgleich zu dem, was Ehrenamt selten bietet: Geld. Dafür schenkt es Sinn, Gemeinschaft und bleibende Spuren.

Wünsche und Visionen

Er wünscht sich, dass ehrenamtliche Arbeit mehr Wertschätzung bekommt – nicht nur in Worten, sondern im Bewusstsein der Gesellschaft. Denn ohne Menschen, die ihre Freizeit geben und für ihr Amt brennen, würde vieles stillstehen.

Wichtig wäre, sagt er, Vereinsstrukturen zu ändern. Es gibt viele verschiedene Vereine mit ähnliche Herausforderungen. Gelänge es, sie zu bündeln, Synergien zu schaffen, würde man doppelte Arbeit vermeiden und könnte effektivere Angebote machen - in der Breite wie auch in der Spitze..

Wie er Familie und Kinder vereinbaren kann?

„Wir haben zwei kleine Kinder, nicht einfach, alles unter einen Hut zu kriegen. Ohne die Unterstützung meiner Frau wäre das gar nicht so möglich. Sie sieht, wie wichtig mir das Thema ist und hält mir da auch mal abends den Rücken frei. Außerdem hilft es, dass auch sie Lehrerin ist und sich ebenfalls ehrenamtlich engagiert im Elternbeirat der Kita und im Turnverein als Koordinatorin für das Eltern-Kind-Turnen. Wir wollen unseren Kindern vorleben, dass es gut tut sich gesellschaftlich einzubringen und hoffeltich die Welt ein klein bisschen besser zu machen. Ob sie auch so so aktiv sein werden, dürfen sie selbst entscheiden, aber wir möchten es ihnen zumindest vorleben und ihnen diesen Weg auch zeigen.

Und wenn man ihn fragt, was er sich wünschen würde, unabhängig von Ressourcen?

Samuel Soffel lächelt. „Dann wäre ich gern mal wieder Kind. Nur um zu wissen, ob das, was wir Erwachsenen uns so ausdenken, wirklich das ist, was Kinder wollen.“

Vielleicht liegt genau darin sein Geheimnis: Er ist nie ganz erwachsen geworden – im besten Sinne. Und gerade deshalb verstehen ihn die Kinder so gut.

Mitmachen erwünscht

Der Turnverein Landau, sowie auch alle anderen Sportvereine des ASV Landau suchen weitere engagierte Menschen, die Lust haben, sich einzubringen – als Trainerinnen und Trainer, als Helferinnen und Helfer bei Freizeiten, Festen oder Aktionen. Wer Freude daran hat, Kinder zu bewegen, Begeisterung zu wecken und Teil einer starken Gemeinschaft zu sein, ist herzlich willkommen. Wer mag, kann dazu gerne Samuel auch direkt ansprechen.

INFOBOX

Dieser Beitrag wurde geschrieben von: Redaktion

Fotos © privat

Tags: #Ehrenamt  #Turnen  #Turnverein  #SamuelSoffel  #Soffel  #Trainer  #ASV  #ASVLandau  #Sport  #Training