"Du machst das so toll – solange ich lebe, bin ich dabei! Qigong tut mir einfach gut.“ Diese Worte einer Seniorin sagen mehr als viele Erklärungen. Seit Jahren kommt sie regelmäßig in den Goethepark – gemeinsam mit Jüngeren, die sich genauso auf das Treffen freuen. Hier begegnen sich Menschen aller Generationen beim Qigong. Sanfte Bewegungen, ruhiger Atem, alte Bäume, Vogelgezwitscher – für viele ist das kostenfreie Angebot von Andrea Koll zu einem festen Anker im Alltag geworden.
Andrea Koll hat selbst über Umwege zum Qigong gefunden. „Ich habe in jungen Jahren Kung Fu trainiert, später dann viele Jahre Taiji. Dabei waren Bewegungen aus dem Qigong immer feste Bestandteile der Vorbereitungsübungen“, erzählt sie, „und so wurde ich auf den besonderen Wert dieser Übungen aufmerksam – Qigong hat mich einfach berührt.“ Sie wollte diese Begeisterung anderen Menschen mitteilen und ließ sich bei der Deutschen Qigong Gesellschaft e.V. erst zur Kursleiterin und dann zur Lehrerin ausbilden. Heute gibt sie ihr Wissen weiter – mit viel Herz und einem feinen Gespür für Menschen.
Einfach mitmachen, Vorkenntnisse sind nicht nötig

Alle können mitmachen, Vorkenntnisse sind nicht nötig: „Wir machen einfache, fließende Bewegungen, die Körper und Geist in Einklang bringen“, sagt Andrea Koll. Wichtig sei vor allem die Regelmäßigkeit – nicht das perfekte Ausführen. „Qigong ist wie eine Sprache - man lernt sie nur durch Tun."
Die Teilnahme ist kostenlos, denn Andrea Koll macht das ehrenamtlich. "Aber ich wurde oft gefragt, ob man mir Geld geben könne. Deshalb nehme ich seit Jahren Spenden für soziale Zwecke an – für wen, das steht immer bei der Spendenkasse dabei. Die Transparenz ist mir wichtig."
Gelassenheit im Alltag
Was Qigong in ihrem eigenen Leben verändert hat? „Es schenkt mir Ruhe – selbst in stressigen Situationen“, sagt sie. „Wenn ich im Stau stehe, sehe ich, wie genervt viele sind – die würden am liebsten ins Lenkrad beißen. Ich nutze die Zeit, um kleine Übungen zu machen. Dann bleibe ich gelassen, und die Zeit vergeht viel schneller. Leben im Jetzt, und annehmen, wie es eben gerade ist. Das macht vieles leichter.“Wie man Qigong in den Alltag einbauen kann?
Andrea Koll empfiehlt drei einfache Prinzipien:1. Fünf Minuten reichen
Tägliches Üben bringt mehr als einmal im Monat eine Stunde. Schon wenige Minuten können eine spürbare Wirkung haben. Wichtig ist dabei die Regelmäßigkeit.
2. Atmen nicht vergessen
Ruhiges, tiefes Atmen ist der Schlüssel zur Entspannung und unterstützt jede Bewegung.
3. Sanft statt ehrgeizig
Achtsamkeit zählt mehr als Anstrengung. Die Übungen dürfen leicht und fließend sein, ohne Druck und Leistungsdenken.
Für Andrea Koll ist Qigong kein sportlicher Wettbewerb, sondern ein Weg, mit sich selbst in Verbindung zu kommen. Und genau das möchte sie weitergeben – einen Raum, in dem Menschen zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen können.
Wie sich Qigong anfühlt – lässt sich das in ein Bild fassen?
Andrea Koll lächelt: „Für mich ist das eine klare Quelle im Wald, von Moos umgeben, aus der in kleinen Wellen Ruhe in die Welt strömt.“Infos zu den Terminen:
Dieser Beitrag wurde geschrieben von: Redaktion
Fotos © Andrea Koll
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