Mörlheim - ein lebendiges Stadtdorf. Es lebt nicht nur von seiner Geschichte, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht, sondern vor allem von dem, was die Menschen heutzutage daraus machen – von einer Vielfalt an Vereinen und Zusammenhalt. Man kennt sich, man hilft sich. Und die Geschichte des Ortes ist bis heute an manchen Ecken sichtbar.
Geschichte die bis ins Heute reicht
Im 12. Jhdt. lebte hier eine Ritterfamilie. Einer von ihnen: Ritter Stephan. Nach seiner Rückkehr von einem Kreuzzug wollte er in Mörlheim ein Kloster gründen. Doch der Bischof von Speyer lehnte ab – und schlug stattdessen Eußerthal als Standort vor.Also entstand dort das Kloster, die heutige Klosterkirche Eußerthal. Doch damit die Mönche gut versorgt waren, schenkte Stephan ihnen seinen Hof in Mörlheim – mitsamt den fruchtbaren Feldern.
Spuren dieser Geschichte sind bis heute im Ort zu finden: in der Hofgasse, in der Wachthausgasse oder am Ritter-Stephan-Platz. Ein Modell der damaligen Anlage steht im Büro der Ortsvorsteherin Sandra Michler.
Ich würde nie in die Stadt ziehen

Ortsvorsteherin Sandra Michler
Seit 2021 ist sie Ortsvorsteherin – die erste Frau in diesem Amt! Und die einzige, die angetreten war. Warum? "Ich wollte das nicht, aber es fand sich niemand, der die Verantwortung übernehmen wollte. Es ist ja ein Ehrenamt und mit viel Zeitaufwand und Bürokratie verbunden. Das kostet schon einiges an Kraft."
Dass sie zusätzlich im Stadtrat von Landau sitzt, hilft ihr, auch wenn Michler schnell gelernt hat, dass manche Dinge Zeit brauchen. „Manches dauert viel länger, als man denkt“, sagt sie. „Das fällt mir nicht leicht, ich bin jemand, die zupackt und schafft.“
Gefühlt ist hier jeder in 5 Vereinen
In Mörlheim funktioniert vieles anders – direkter, persönlicher. Das zeigt sich besonders im Vereinsleben. „Gefühlt ist hier jeder in fünf Vereinen“, sagt Michler und lacht. Und tatsächlich ist es diese Vielfalt, die den Ort trägt. Vom Kulturverein bis zum Sportverein.Ralph Poh bestätigt das: Als einer der Aktiven im Kulturverein weiß er, wie viel Arbeit dahintersteckt. "Ein Höhepunkt ist jedes Jahr die Gaudi-Rallye: Monate lang wird vorbereitet, Aufgaben werden entwickelt, Rätsel entworfen. Und jedes Jahr braucht es neue Ideen“.
Auch darüber hinaus ist der Kulturverein aktiv: Spieleabende, Hofflohmärkte, bei denen das ganze Dorf mitmacht, organisiert über eine interaktive Karte. Immer wieder entstehen neue Formate – oft gemeinsam mit anderen Vereinen.
Wie viel Engagement dahintersteckt, zeigt sich auch bei der Theater- und Kulturkapelle. Zum Jubiläum wurden dort drei eigene Szenen geschrieben – mit Unterstützung durch das Herxheimer Chawwerusch-Theater, und als Film umgesetzt."
"Wir hatten nur drei Abende", erzählt Poh stolz. Am ersten Abend wurden Idee und Rollen vorgestellt und verteilt. Am zweiten Abend zeigten die Gruppen, was sie erarbeitet hatten. Und am dritten Abend haben wir vorm Green Screen die Filmszenen aufgenommen.“
Doch damit war es nicht getan. „Da ist ein ganzer Sommerurlaub draufgegangen für Schneiden, die Geräusche, die Nachbearbeitung“. Doch genau das ist es, was das Dorfleben in Mörlheim ausmacht: dass viele bereit sind, Zeit zu investieren, damit gemeinsam etwas entsteht.
Das gilt auch für andere Bereiche. Der Landfrauenverein bietet ein breites Programm – von Kochkursen über kreative Angebote bis hin zum Dorfcafé. „Bei uns sind sogar Männer dabei“, sagt Michler und schmunzelt.
Treffpunkt im Ort für junge Menschen
Ein Thema, das Michler besonders am Herzen liegt, ist die Jugend. Der Jugendtreff wurde lange privat organisiert und wird nun neu aufgestellt – künftig mit Unterstützung der Jugendförderung als Pilotprojekt. Ziel ist es, jungen Menschen wieder einen festen Treffpunkt im Ort zu bieten.Bei aller Begeisterung für das Miteinander verschweigt Michler aber auch die Herausforderungen nicht. „Man kann es nicht allen recht machen“, sagt sie. Kritik gehöre dazu – manchmal auch in einer feigen Form, die schwer auszuhalten sei. Ein anonymer Brief habe sie besonders getroffen.
Und doch überwiegt für sie das Positive. Die Hilfsbereitschaft im Ort, das Engagement, das Mitdenken. „Hier kümmert sich jeder ein Stück weit“, sagt sie.
Ein Spaziergang vom Ritter-Stephan-von-Mörlheim-Platz bis zum Clubhaus des Sportvereins

Dem Ritter-Stephan-von-Mörlheim-seiner Frau-ihrn-Platz
Wir gehen weiter, vorbei an der Hofgasse und der Wachtgasse, deren Namen bis heute an die frühe Geschichte des Ortes erinnern, weiter ins Grüne bis zum Clubhaus. Sandra Michler hat auch hier den Vorsitz übernommen. "Nicht aus sportlicher Leidenschaft", lacht sie. "Ich kann auch heute noch kein Abseits erklären. Ich mach das nur, weil es mir sehr wichtig ist, dass das Clubhaus als Treffpunkt für die Bevölkerung erhalten bleibt."
Der ehemalige Bahnhof wird schon lange als Wohnhaus genutzt
Vielleicht ist es genau diese Mischung aus sichtbarem Engagement und oft unsichtbarer Arbeit im Hintergrund, die den Ort ausmacht. Denn vieles funktioniert hier, ohne dass man lange darüber spricht.
Wie sie Mörlheim in drei Worten beschreibt?
Sie lacht: Mörlem - wu sunscht?
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Alles Wichtige über Mörlheim (Vereine, Einrichtungen, Termine...) auf dem Webportal des Stadtdorfes
Mehr über Mörlheim auf der Seite des Landauer Tourismusbüros
Dieser Beitrag wurde geschrieben von: Redaktion
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