Gemeinsam radeln, unterwegs reden und wacher im Unterricht ankommen: Der Bicibus macht den Schulweg für Kinder in Landau zum Gemeinschaftserlebnis. Hinter dem „rollenden Schulbus“ auf Fahrrädern steht eine Initiative der Klimastabsstelle der Stadt. Entlang fester Routen treffen sich die Kinder an Haltestellen und fahren begleitet von Erwachsenen in knallpinken Westen gemeinsam zur Schule. Das sorgt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr – und soll zugleich die Elterntaxis vor den Schulen reduzieren.
Mehr Bewegung, weniger Stau
Jenni Follmann mit der Bicibus-Weste
Die Idee stammt ursprünglich aus Großbritannien und Spanien. Frankfurt war die erste deutsche Stadt, die das Konzept umgesetzt hat. Seit 2025 gibt es den Bicibus auch in Landau
"Die Idee hat uns sofort angesprochen", sagt Follmann. "In Landau haben wir gute Bedingungen: flache, gut befahrbare Strecken, die sich auch für Kinder gut eignen.“
Sicherheit und Spaß auf dem Schulweg
Die Kinder fahren in der Gruppe und werden von Erwachsenen begleitet, einer vorne, einer hinten und einer an der Seite. Alle tragen die pinkfarbene Bicibus-Weste. Ganz wichtig: Beim Fahren in der Gruppe lernen sie nebenbei, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Versichert sind sie auf dem Schulweg ohnehin – genau wie im privaten Familienauto, Bus oder Zug.Neben positiven Effekten für Motorik, Verkehrsverhalten und Umwelt bringt der Bicibus vor allem eines: Spaß. Lehrkräfte berichten, dass sich die Kinder unterwegs bereits austauschen, frische Luft schnappen und dadurch oft wacher und aufnahmebereiter im Unterricht ankommen.
"Für die Kinder ist der Bicibus ein kleines Abenteuer", sagt Follmann. Besonders wichtig sei für viele ihr achter Geburtstag. „Mit acht dürfen sie vom Bürgersteig runter und auf der Straße fahren – und sie freuen sich riesig, wenn sie dann zu den ‚Großen‘ gehören.“
Auch Themenfahrten sorgen für Begeisterung: In der Adventszeit gibt es etwa eine beleuchtete Tannenbaumfahrt, an Halloween wird verkleidet geradelt. „Bis etwa zur siebten Klasse sind die Kinder begeistert dabei“, sagt Follmann. „Teenis werden solche Aktionen dann doch eher peinlich.“
Auch hier: Ohne Ehrenamtliche geht nichts

Organisiert wird der Bicibus von Ehrenamtlichen. Über eine Signal-Gruppe stimmen sich die Begleitpersonen ab, wer morgens Zeit hat, die Kinder zu begleiten. Die Fahrten finden ganzjährig statt, auch wenn wetterbedingt mal nur wenige Kinder dabei sind.
Follmann fährt selbst regelmäßig ehrenamtlich mit: „Ein toller Start in den Tag. Der Fahrtwind, die Vögel am Morgen, der Sonnenaufgang – das ist einfach schön. Gleichzeitig tue ich was für die Sicherheit von Kindern und erledige nebenbei eine kleine Sporteinheit.“
Festgelegte Haltestellen, mit "Zustieg" unterwegs
Die Kinder fahren in mehreren Linien zu unterschiedlichen Schulen: Sie warten an festgelegten Haltestellen und steigen dann zu.
Die Bicibus-Routen
Start in Mörzheim/Wollmesheim, Ziel IGS und ESG.
Blaue Route:
Start in Essingen, Mörlheim und Qeuchheim zu IGS und ESG, fährt nur Montags und Freitags.
Pinke Route, Grundschule:
Start in der Südstadt, durch die Innenstadt zur Thomas-Nast-Grundschule. Fährt täglich, Freitags fährt sie auch zurück.
Türkise Route (pausiert derzeit)
Start in der Südstadt. Ziel ist die Thomas-Nast-Grundschule. Hier fehlen derzeit genügend Begleitpersonen.
Ein Wunsch für die Zukunft
Für die Zukunft wünscht sich Follmann, dass noch mehr Menschen vom Bicibus erfahren und weitere Schulen mitmachen. "Die Schulleitungen und Schulgemeinschaften sind hier entscheidender Motor", betont sie. "Wenn sie die Idee des Bicibus den Schülern udn Eltern vermitteln, dann kommen noch mehr Familien in den Genuss einer stressfreien, sportlichen udn klimafreundlichen morgendlichen Fahrt zur Schule.Dieser Beitrag wurde geschrieben von: Redaktion
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