Wenn Kyra Pachner über ihre Arbeit spricht, liegt in ihrer Stimme etwas, das man nicht lernen kann: Überzeugung. Begeisterung. Und eine tiefe Verbundenheit mit dem, was sie tut. Heute arbeitet sie als operative Geschäftsführerin beim Kinderschutzbund. Dass sie etwas mit Kindern machen will, wusste sie schon als Teenagerin. Schon damals hatte sie einen ungewöhnlichen Traum: Sie wollte einmal ein Waisenheim gründen. Einen Ort, an dem Kinder sicher sind.
Sie wurde Erzieherin – und erlebte schnell, wie Kinder ausgegrenzt wurden, weil sie eine Behinderung hatten oder nicht ins System passten. Das ließ sie nicht los. Sie machte eine Ausbildung zur Sondererzieherin, übernahm früh Verantwortung und war mit 24 Jahren bereits in einer Führungsposition. Zum ersten Mal hatte sie die Möglichkeit, Dinge nicht nur zu begleiten, sondern aktiv zu gestalten. Integrative Konzepte entstanden, immer wieder stellte sie sich die Frage: Passt das noch? Erkennen wir den Bedarf derZeit – und kann ich mich mit dem, was ich tue, identifizieren?
Der Fokus liegt auf dem Kindeswohl

Der Blaue Elefant ist als Gütesiegel immer dabei
Prävention ist heute wichtiger denn je
Um Kindern frühzeitig zu helfen, setzt der Kinderschutzbund stark auf Prävention: In Schulen werden Filme gezeigt, Workshops durchgeführt und Kinder sowie Jugendliche für Themen wie Mobbing und Gewalt sensibilisiert. Auch in Kinderarztpraxen oder Asylbewerberunterkünften werden Flyer und Plakate ausgelegt, um auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen. Aber oft ist die Scham groß, Hilfe in Anspruch zu nehmen, Menschen aus anderen Kulturkreisen sind oft gar nicht zu erreichen. Und viele wissen einfach nicht, dass es solche Unterstützung gibt.Prävention ist heute wichtiger denn je. „Mobbing und sexuelle Übergriffe gab es früher auch“, sagt Pachner. „Aber die Technik ermöglicht heute neue Formen mit großer Reichweite, um andere auszuschließen oder zu mobben. Fotos werden bearbeitet, über soziale Netzwerke verbreitet. Verbote helfen da wenig. Wir müssen mit Schulungen Bewusstsein schaffen, aufklären, sensibilisieren.“

Das Angebot des Landauer Kinderschutzbundes für alle Lebenslagen
Neues Projekt: Childhood Haus
Das Childhood Haus soll im Herbst 2026 eröffen. Für Kinder, die Gewalt erlebt haben, bedeutet es eine große Erleichterung.„Normalerweise müssen die betroffenen Kinder und Jugendlichen zur Klärung der Sachverhalte zu verschiedenen Stellen – Polizei, Jugendamt, Staatsanwaltschaft, Mediziner, Psychologen – und ihre Geschichte immer wieder erzählen.“ Das belastet natürlich sehr. Im Childhood-Haus dagegen bleibt das Kind an einem Ort. Alle Fachstellen kommen zu ihm. Die Anzahl der Befragungen und evtl. Untersuchungen werden zum Kindeswohl auf das nötige Minimum reduziert. Getrennte Bereiche sorgen dafür, dass Opfer und Beschuldigte sich nie begegnen. „Das ist die Umkehrung: Nicht das Kind geht zu den Institutionen – die Institutionen kommen zum Kind“, sagt Pachner. Eine feste Bezugsperson begleitet das Kind, die Verfahren werden kürzer und kindgerechter.
Herausforderungen und Ausgleich
Arbeiten im Team - Leiterin Kyra Pachner und Sina Ludwig, u.a. zuständig für Öffentlichkeitsarbeit
Auch abseits der großen Projekte zeigt sich die Vielfalt der Arbeit des Kinderschutzbundes: bei den Lernpatinnen und Lernpaten, die ein Jahr lang regelmäßig einmal in der Woche ein Kind in der Schule besuchen oder beim Kinder- und Jugendtelefon, das anonym Gespräche aus ganz Deutschland ermöglicht. Zwei Stunden pro Woche ist man in Einsatz – manchmal ein erstes Ventil, manchmal ein rettender Anruf. Die "Laien" müssen eine professionelle von uns durchgeführte Schulung in Anspruch nehmen und werden dann für ihren ehrenamtlichen Einsatz eingearbeitet, gut vorbereitet und begleitet.
Die vielen schweren Themen brauchen persönlichen Ausgleich. Den findet Kyra Pachner in Supervision (eine Form der Beratung für Mitarbeiter zur Reflexion eigenen Handelns und Sicherung der Qualität der Arbeit) und beim Laufen. Laufen, laufen, laufen. Ganz loslassen kann sie nicht immer. Manches nimmt sie mit nach Hause, denkt darüber nach. Vielleicht, weil echte Verantwortung nicht einfach an der Bürotüre endet.
Trotz allem bleibt am Ende unseres Gesprächs etwas Leichtes: Hoffnung. Und das Gefühl, dass Hilfe in Landau nicht abstrakt ist sondern engagierte Menschen dahinterstehen, die Verständnis und Rückhalt geben können und Wege aufzeigen.
Über Team und Angebot des Kinderschutzbund Landau informiert ausführlich die Homepage.
Der deutschlandweite Kinderschutzbund stellt sich unter https://kinderschutzbund.de/ vor.
Die vielfältigen Kontakt- und Hilfsmöglichkeiten stellt der Kinderschutzbund Landau hier vor: https://www.kinderschutzbund-landau.de/fuer-kinder-und-jugendliche-2/. Kinder und Jugendliche können hier jederzeit auch anonym Hilfe suchen.
Wer sich für eine Tätigkeit als Lernpate oder am Kinder- und Jugendtelefon interessiert, findet auf der Seite https://www.kinderschutzbund-landau.de/kontakt/ schriftliche und telefonische Kontaktmöglichkeiten.
Dieser Beitrag wurde geschrieben von: Redaktion
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