Man sitzt im Publikum – und plötzlich ist da dieser Moment: Die Welt scheint stillzustehen, ein Tuch verschwindet, ein Gegenstand schwebt, ein Löffel verbiegt sich wie von Geisterhand. Verblüfft schaut man zu - und jedes Mal bleibt diese Frage: Wie geht das?
Peter Karl im Foyer des Gloria
Von der Chemie zur Magie – ein mutiger Neubeginn
Doch bis dahin war es ein langer Weg. Peter Karl kannte das Gloria, als es noch ein Kino war und nach über 40 Jahren 2003 seine Tore schloss. Oft erlebte er hier spannende Filme und bedauerte sehr, als die Ära zu Ende ging. Dass er es später einmal als Veranstaltungsort übernehmen und als GLORIA KULTURPALAST aufbauen würde, hätte er sich damals nicht träumen lassen.Denn ursprünglich schlug Peter einen ganz anderen Weg ein: Chemielaborant, Bestnote, unter den besten drei Prozent, alles lief rund. Doch als sich das Klima im Unternehmen veränderte, entschloss er sich, ganz neu anzufangen. Der Sprung ins Ungewisse – mit dem Gloria – war mutig. Aber für ihn notwendig.
„Ich wollte Kultur nach Landau bringen, Die Freie Szene braucht unbedingt kreative Menschen, die anpacken und sich dafür stark machen. Es gibt viel zu viele Menschen, die nur aufs Handy schauen, nichts miteinander unternehmen, nicht miteinander lachen, das macht bitter."
Das Gloria – Bühne, Begegnung, Begeisterung
Heute ist das Gloria ein Ort voller Leben: Zauberei, Konzerte, Comedy, Lesungen, Partys. „Ich mag alle Arten von Kultur“, sagt er, „die Partys sind Mittel zum Zweck – sie helfen, die Kultur zu finanzieren.“ Das werde allerdings immer schwieriger – ein ewiger Kampf zwischen Verwaltung und Bürokratie, Personalnot und steigenden Löhnen. Das zermürbt und er musste Leute entlassen. Und Landau? „Ist kein idealer Standort für Kultur.“Erfolge auf großer Bühne – und magische Begegnungen
Ted Louis und sein "Bruno"
Weitere Highlights: David Copperfield, den er live sah, wie er scheinbar fliegend die Bühne verließ – „die Magie des Millenniums“.
Und Uri Geller, den er in Rimini traf: „Mega sympathisch. Jeder kennt ihn. Er war der erste, der den Trick mit den verbogenen Gabeln und Löffeln entwickelt hat. Das war damals etwas ganz Besonderes".
Peter Karl steht längst nicht nur in seiner Heimatstadt auf der Bühne: Mit seiner legendären „Holländer-Nummer“ im orangefarbenen Anzug tourt er durch Deutschland, die Schweiz und Österreich, man kennt ihn hier auch als Moderator bei der beliebten Fernsehsendung "badisch-pfälzische Fastnacht". Er tritt weltweit bei Festivals, Galas und Kulturveranstaltungen auf – ein Entertainer mit internationaler Präsenz.
Geheimnisse unter Magiern – zwischen Hüten und Teilen
Hüten Zauberer ihre Geheimnisse? „Ja, schon“, sagt Peter. „Aber wir helfen uns auch gegenseitig – im Magic Circle. Vor einer WM fragte mich ein Kollege grübelnd, wie er eine Milchtüte verschwinden lassen kann – ohne Zaubertisch. Ich hatte die zündende Idee.“ Oft ist er für seine Zauberkollegen so etwas wie ein Testpublikum für neue Effekte, jemand, der mitdenkt, Tipps gibt, den Zauber weiterentwickelt.Zaubertricks enthüllt auf YouTube – Chance oder Entzauberung?
Und wie steht er zur YouTube-Zauberei, bei der Tricks öffentlich erklärt werden?„Zwiegespalten“, sagt er. „Einerseits super für die, die wirklich zaubern lernen wollen. Andererseits schade, wenn’s nur konsumiert wird – da geht die Illusion verloren. Es wird entzaubert, bevor überhaupt Magie entstehen kann.“
Mehr als ein Trick – Magie ist eine Tür zur Fantasie
Der Gloria-Kulturpalast in der Industriestraße
In seinen Zauberkursen mit Kindern fragt er sie: „MÜSST ihr in die Schule – oder DÜRFT ihr?“ Die Antwort: „Wir müssen.“ Dann fragt er: „Was wäre, wenn ihr nicht dürftet? Vielleicht müsstet ihr dann auf dem Feld arbeiten – wie Kinder in Afrika.“
Er erzählt von Armut – aber auch von Lächeln. „Menschen in Afrika haben oft weniger – aber sie lachen mehr, sie sind zufriedener. Warum ist das so?“ Eine Frage, die bleibt.
Und wie gehts weiter?
Trotz aller Magie – auch Peter Karl muss kämpfen, täglich. Um Personal, nötige Reparaturen und Anschaffungen, Lärmschutz, Brandschutz, Suche nach Fördermitteln und Sponsoren, den Förderverein und vieles mehr. "Manchmal ist es schon schwer", räumt er ein. "Aber das Gloria aufgeben? Nein, das ist keine Option, das Gloria muss weiterleben."Gut für Landau.
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