Am 21. Juni wird Landau jedes Jahr rund um die Innenstadt zur tollen Bühne. Viele Musiker spielen mitten im Geschehen. Menschen kommen in die Stadt, bleiben stehen, hören zu, tanzen, lachen und feiern gemeinsam den Sommer. Wir von landau-erzählt waren bei der Vorbesprechung im April dabei und bekamen einen kleinen Einblick in die umfangreiche Organisation. Die beginnt schon Monate vorher, um für Besucher, Musiker und Veranstalter einen entspannten und sicheren Ablauf des Festes zu sichern.
Die Fête de la Musique ist weit mehr als nur ein Stadtfest. Sie entstand 1982 in Paris mit der Idee, Musik für alle zugänglich zu machen – kostenlos, offen und mitten im öffentlichen Raum. Es gibt dabei keine „richtige“ oder „falsche“ Musik: Ob Jazz, Klassik, Singer-Songwriter, Chormusik oder Rock – alles darf nebeneinander bestehen. Und eines ist ganz wichtig: es ist eine nicht-kommerzielle Veranstaltung. Es gibt keinen Eintritt, aber auch keine Gagen.
Fête de la musique in der Landauer Innenstadt (2023)
Dass dieses Fest auch in Landau seinen festen Platz gefunden hat, ist vor allem Armin Schowalter zu verdanken, dem Betreiber von DAS HAUS Südstern.
Wie alles begann
2003 hörte Schowalter zum ersten Mal von der Fête de la Musique, die schon Anfang der 80er Jahre in Paris ihren Ursprung hatte. Die Idee ließ ihn nicht mehr los – kann man so etwas nicht auch hier bei uns auf die Beine stellen? 2007 endlich wurde sie auch in Landau Wirklichkeit.Bei der Planung und Organisation der ersten Fête saßen gerade einmal fünf Menschen zusammen. Eine kleine Runde mit einer großen Vision. Schon beim zweiten Treffen waren es 25. Die Begeisterung wuchs schnell – und aus der Vision wurde ein Fest, das heute aus Landau kaum noch wegzudenken ist.
Schowalter selbst übernahm die Verantwortung, wie er heute lachend sagt, „positiv naiv“ – mit viel Vertrauen und dem Gefühl: Es kann alles passieren.
Viel Organisation für einen schönen Tag

Armin Schowalter leitet seit vielen Jahren die Organisation der Fête in Landau
„Früher lief vieles einfacher und improvisierter“, sagt Schowalter. „Heute gibt es deutlich mehr Auflagen. Zum Glück unterstützen uns Stadt und Ordnungsamt inzwischen sehr.“
Und jedes Jahr ist anders. "Man kann nicht einfach einen Plan aus der Schublade holen. Monate vorher muss neu geplant werden, denn Plätze ändern sich, andere Musiker melden sich an, andere Gaststätten machen mit, und es ist ein Unterschied, ob der 21. Juni auf einen Werktag fällt oder wie in diesem Jahr auf einen Sonntag." Das bedeutet zum Beispiel, das Fest fängt früher an, es gibt mehr Zeit für Familien, für entspanntes Flanieren und gemeinsames Erleben."
Und 2026 wird es auch das "Dinner en blanc" geben, im Goethepark.
Die größte Herausforderung?

In der Alm trafen sich viele, die an der Organisation des Festes beteiligt sind
"Matchen" heißt hier festzulegen, wer wann wo seine Musik präsentiert, denn diese Verteilung wird nicht zentral vom Organisationskommitee gemacht. Hier müssen alle Beteiligten selber aktiv werden. Auch müssen sich z.B. die Wirte, bei denen Musiker auftreten, absprechen, was Platz, Bewirtung aber auch die Lautstärke der Musik angeht.
Und die größte Herausforderung? "Alles muss unter einen Hut gebracht werden: werden: Musiker & Gastronomie, Stadt & Sicherheitsvorgaben, Anwohner & Lautstärke. Das muss alles zusammenpassen, deshalb lässt sich nicht jeder Wunsch erfüllen. Und deshalb braucht es im Vorfeld viel Zeit für Gespräche, um zu erklären, warum wo was möglich ist, oder nicht.
"Man lernt immer dazu", meint Schowalter. Aus den Erfahrungen der letzten beiden Jahre entstand auch das diesjährige Motto: Chill deine Stadt. In den letzten beiden Jahren hat laute Musik von DJs an manchen Stellen das Geschehen beherrscht, das soll weniger werden. Es soll kein "Bum-Bum-Fest" werden, sondern Raum bieten für vielfältige Musik, die sich nicht gegenseitig beschallt und stört.
So viel Musik, Begegnung und Sommerstimmung bringen natürlich auch viele Menschen in die Stadt – und damit entsteht auch Müll.
Schowalter dazu: "Die Schlagzeile 'Fête de la Müll' in der Rheinpfalz im vergangenen Jahr tat mir in der Seele weh." Wusste er doch, wie viel ehrenamtliche Arbeit so viele Leute geleistet haben, um dieses tolle Fest auf die Beine zu stellen. Aber natürlich lernt man aus Fehlern und Problemen aus den Vorjahren, z.B. wo mehr und wo weniger Mülltonnen aufgestellt werden müssen.
Für Schowalter gehört auch Verantwortung seitens der Besucher dazu. „Bitte helft mit, werft euren eigenen Müll selbst in die bereitstehenden Mülleimer“, sagt er. Und: Pfandflaschen sollen einfach daneben gestellt werden, damit Menschen, die das Pfand sammeln, sie unkompliziert mitnehmen können und nicht im Müll wühlen müssen.
Neu ist in diesem Jahr außerdem ein Kippenprojekt: Zigarettenkippen sollen nicht mehr achtlos auf dem Boden landen, sondern gezielt gesammelt und weiterverarbeitet werden.
Schowalters Wunsch: "Bleibt offen, seid neugierig, geht nicht nur zu den bekannten Namen, sondern geht auch zu den Freiflächen. Lasst euch überraschen, was da alles geboten wird und habt einfach nur Spaß an diesem schönen Tag."
https://www.kulturinitiative-landau.de/
Website der Fête de la Musique in Deutschland
Fête de la Musique bei wikipedia
Die Landauer Fête de la Musique bei Instagram
Vorstellung von Armin Schowalter und seinem "Haus Südstern" bei Landau erzählt
Dieser Beitrag wurde geschrieben von: Redaktion
Fotos © Redaktion
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