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Der Landauer Zoo - viel mehr als nur Tiere

Ein Treffen mit Zoodirektor Jens-Ove Heckel

Kinder lachen, während eine neugierige Ziege sie anstupst, Flamingos balancieren elegant auf einem Bein, Pfauen spreizen ihr schillerndes Gefieder und Äffchen schwingen sich flink von Ast zu Ast. Ein paar Eindrücke aus dem Zoo Landau – einem Ort des Staunens, Lernens und Erlebens für Familien, Schulklassen und Besucher jeden Alters. Und sogar betagte Menschen profitieren von Angeboten in Kooperation mit dem Demenzforum. „Das Pflegepersonal staunt immer wieder, welche Reaktionen die Tiere auch bei dementen Personen auslösen können“, sagt Zoodirektor Jens-Ove Heckel.

Erleben, Lernen, Forschen

Die Zooschule für Jung und Alt

Im Zoo gibt es viel zu sehen, exotische Tiere wie Kamele, die Kinder oft nur aus Büchern oder Fernsehen kennen, Terrarien mit Reptilien, verschiedene Affenarten, Pinguine und Schildkröten. Oder der Kronenkranich, das Zootier des Jahres 2026 mit seiner imposanten Flügelspannweite von bis zu zwei Metern. Über 1000 Tiere leben hier zwischen Hindenburgstraße, Fort und Uni. Es lohnt sich, immer mal wieder vorbeizuschauen, denn bei jedem Besuch wird man Anderes entdecken.

Jedes Jahr wird ein umfangreiches Erlebnis- und Lernprogramm aufgelegt. Es macht neugierig und Lust, wieder zu kommen. In der Zooschule wird mit Spaß viel Wissenswertes über Tiere und Natur vermittelt. Oder es gibt die abendliche Zooführung mit anschließendem Lagerfeuer für Familien. Die Kinder-Uni mit spannenden Themen rund um Tier-, Natur- und Artenschutz. Den Oma-Opa-Enkeltag. Der bundesweite Vorlesetag. Die Erlebnisführung "Zootiere im Winter" für die ganze Familie. Da lohnt sich auf jeden Fall eine Jahreskarte, die für einen günstigen Preis viel bietet.

Umweltbildung, Artenschutz, Forschung

Jens-Ove Heckel an seinem Büroarbeitsplatz

Wir treffen Jens-Ove Heckel in seinem Büro auf dem Zoogelände. Seit 2000 ist er hier der Chef. Die Umweltbildung in der Zooschule ist ihm ein besonderes Anliegen, sagt er. Hier erklären Zoopädagoginnen und -pädagogen, wie die Tiere in der Natur leben, warum sie schützenswert sind und wie wichtig nachhaltiges Handeln für die Natur und die in ihr lebenden Arten - und die Menschen – ist.

Ebenso wichtig ist ihm das Engagement im Artenschutz. „Zoos tauschen untereinander Tiere aus für den Arterhalt. Und für mich ist es immer wieder ein ganz besonderer Thrill, wenn ein seltenes Tier bei uns im Zoo geboren wird.“ Ein Teil des Eintrittspreises fließt übrigens über den Artenschutz-Euro direkt in Naturschutzprojekte. „Wir sind der erste Zoo in Deutschland, der das 2012 eingeführt hat“, sagt Heckel mit einem gewissen Stolz.

Fest der Rolf-Epple-Stiftung zugunsten der Zoo-Schule


Auch die Forschung spielt im modernen Zoo eine wichtige Rolle. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beobachten und dokumentieren das Verhalten der Tiere oder nutzen umfänglich gesammelte Daten, um wertvolle Erkenntnisse für den Schutz und das Verständnis der Tierwelt zu gewinnen.

Jens-Ove Heckel - vom Tierarzt zum Zoodirektor

Schon mit fünf Jahren wusste Jens-Ove Heckel, was er werden wollte: Tierarzt. Geprägt durch seine Eltern, die in der Entwicklungshilfe arbeiteten und Tiere liebten. Seine Kindheit erlebte er im fernen Afghanistan, mit seinen Eltern pflegte er verletzte Tiere in ihrem improvisierten „Privatzoo“.

Die kleinen, flinken Erdmännchen sind in in jedem Zoo beliebt, nicht nur bei den Kids

Mit zwölf Jahren ging es ohne die Eltern zurück nach Deutschland. "Ich musste das Abitur machen, das war die Voraussetzung für meinen Traum vom Tierarzt." Die Trennung von seinen Eltern war schwer, Handys gab es nicht, nur seltene Telefonate, Briefe dauerten Wochen. Mit 13 flog er zum ersten Mal allein in den Jemen. "Ein Abenteuer, ich musste mehrfach umsteigen, mich allein mit dem schweren Gepäck in den großen Flughäfen orientieren, spezielle Flugbegleitung für Kinder gab es nicht." Die Koffer waren so schwer, weil man damals noch Lebensmittel im Handgepäck mitnehmen durfte. "So ein Schwarzwälder Schinken oder Käse waren beliebte Delikatessen für meine im Ausland arbeitenden Eltern."

Es war nicht einfach, aber er hielt durch. Nach dem Studium sammelte er Erfahrungen in Zoos im In- und Ausland, unter anderem in der Wilhelma in Stuttgart, aber auch in den USA und Australien. Als ihm im Jahr 2000 die Leitung des Landauer Zoos angeboten wurde, sagte er schnell zu – obwohl eigentlich ein interessanter, aber befristeter Job im Ausland anstand. „Das war eine gute Entscheidung. Der kleine Zoo in Landau hat mir sofort gefallen – ich habe gedacht: Da kann man was draus machen," erinnert er sich.

Bildergalerie: Eindrücke aus dem Landauer Zoo
Ein erster sonniger Frühlingstag - da macht das Fotografieren besonders Freude. Nachdem wir Zoodirektor Jan-Ove Heckel mit seinen Dromedaren eingefangen hatten, nutzten wir die Gelegenheit dazu, weiter Bilder aus dem Zoo einzufangen.

Ein Blick hinter die Kulissen

Was Besuchern beim Schlendern durch den Zoo nicht auffällt: Hinter den Gehegen steckt ein komplexer Betrieb mit hohen Kosten – Personalführung, zeitintensive Pflege der Gehege und Terrarien, Tierpflege und Gesundheitsprävention, Zuchtprogrammen, Austausch mit anderen Zoos, Bauprojekte, Finanzplanung, Behördenkontakte, Öffentlichkeitsarbeit. „95% meiner Arbeitszeit drehen sich um Organisation und Geldbeschaffung,“ sagt Heckel.

Große Unterstützung bekommt der Landauer Zoo durch die Stadt und den Förderverein mit Hunderten Mitgliedern. „Das ist sehr wertvoll für uns, denn sonst könnten wir den Zoo nicht halten.“

Und hat ein Zoodirektor auch ein Lieblingstier?

Alte Freunde

Heckel lacht: "Das Dromedar – sicher eine Reminiszenz an meine Kindheit im Orient. Es sind die größten Tiere hier im Zoo und gleichzeitig auch unser "Logotier". Es fasziniert mich als Vorbild: Ein Tier, welches mit minimalen Ressourcen Höchstleistungen erbringen kann."

Dieses Prinzip überträgt er auch auf seine Arbeit: "Als Direktor versuche ich genau dieses Prinzip umzusetzen: Mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, das Beste zu erreichen – für Tiere, Team und Publikum."

Ganz besondere Freude machen dann solche Ereignisse, wie sie erst Anfang Februar 2026 in der Zeitung standen: Dromedarmutter Jaqueline hat schon zum sechsten Mal Nachwuchs bekommen. Wenn das kein gutes Zeichen ist...

INFOBOX

Website des Landauer Zoos https://zoo-landau.de/

Der Zoo ist auch auf Facebook und Instagram vertreten

Auch die Zooschule findet man auf Facebook und Instagram

Dieser Beitrag wurde geschrieben von: Redaktion

Fotos © Rolf H. Epple, Redaktion

Tags: #Zoo  #Zooschule  #ZooLandau  #JensOveHeckel  #Zoodirektor  #Tierpflege  #Artenschutz  #Forschung  #Dromedare  #Förderverein