Viele kennen DAS HAUS – zumindest von außen. Es steht am Ortsende in der Weißenburger Straße, ein zweistöckiger, schlichter Bau, oft mit Veranstaltungsplakaten davor, irgendwo zwischen charmant alternativ und rätselhaft. Wer oft vorbeifährt, fragt sich vielleicht: Was passiert eigentlich da drin?
Die Antwort ist: ziemlich viel
Seit 2004 ist das Südstern-Haus ein Ort für Begegnung, Engagement und gelebte Gemeinschaft. Fast täglich passiert etwas - montags eine Spielgruppe für Kinder, dienstags trifft man sich zum Jonglieren im Park, mittwochs ist Platz für Vereine oder Initiativen, donnerstags wird Fußball gespielt, freitags versammeln sich Pfadfinder und samstags werden Hauspartys oder Geburtstage gefeiert, es gibt Konzerte, die Offene Bühne, oder das große Hin & Her Festival.Ein Ort, an dem Gemeinschaft gelebt wird

Beim Einzug: Armin Schowalter, der Vermieter Herr Hopfensperger (mittlerweile verstorben) und der erste Mitbewohner der Haus-WG
Ein Ort, an dem Ideen wachsen
Ein Projekt, das viele geprägt hat, war das Café Asyl – 2014 als Anlaufstelle für Geflüchtete ins Leben gerufen. Einige der Aktivitäten hatten ihre Geburtsstunde im Haus. Das Café Asyl wurde später ausgelagert, bleibt aber nach wie vor ein Symbol für gelebte Solidarität. Zur Unterstützung gehörten ein Lernnachhilfeprojekt, eine Fahrradwerkstatt, Unterstützung bei Behördengängen oder Arztterminen sowie Hilfe in Notsituationen. Schowalter: „Es war eine absolut intensive Phase, die alle Ressourcen forderte – aber auch viel bewegte."Feste ohne Eintritt – nur mit Hut und ganz viel Herz

21.06.2013: Erste Fête de la Musique , damals mit einem Dîner en blanc als Startschuss
Unterstützt die Stadt dabei? "Ja, DAS HAUS ist eine Konstante", meint Armin Schowalter und räumt ein: "Am Anfang gab es durchaus gewisse Vorbehalte uns gegenüber, weil wir ein Kontrapunkt sind zu anderen Veranstaltungsstätten. Christlich geprägt, alternativ, nicht immer perfekt. Aber die Vorbehalte sind längst Vergangenheit und inzwischen unterstützt uns die Stadt auch mit dem Sicherheitskonzept. Das könnten wir ja alleine nicht mehr schaffen."
Gemeinschaft im Mitgliederkreis
Auch privat ist die Gemeinschaft lebendig. "Wir organisieren für unsere Mitglieder und Interessierte Ausflüge, nach Paris oder in den Europapark oder eine Silvesterfreizeit mit gemietetem Haus im Wald. Das sind immer wieder Highlights, die den Zusammenhalt fördern. Und diese Begegnungen sind uns sehr wichtig."Freakstock statt Wacken?
Armin liegt auch das Festival Freakstock am Herzen – ein alternatives christliches Musik- und Begegnungsfestival auf einem alten DDR-Flugplatz, das viele anzieht, die spirituell aufgeschlossen, aber nicht dogmatisch sind. "Anfangs waren wir da eine riesige Gruppe, inzwischen werden es weniger, da will ich wieder motivieren, dass mehr mitkommen."Doch die Zeiten ändern sich. Viele der "Gründungs-Vögel" haben inzwischen eigene Familien, sind beruflich eingebunden, zeitlich eingeschränkt – aber DAS HAUS bleibt weiterhin für sie ein wichtiger Bezugspunkt.
Kultur mit Haltung – nicht perfekt, aber echt
Das Südstern-Haus ist keine Hochglanzlocation, sondern ein Kulturort mit Haltung. Ein Beispiel unter vielen: Nicht jede Preissteigerung wird mitgemacht – das Bier kostet seit 2009 immer noch 2,50 Euro. Man will bewusst erschwinglich bleiben – für alle.Und wer hält das alles am Laufen?

21.06.2022: Armin Schowalter bei der Fête de la Musique (Foto von Rolf Epple)
Wer ist Armin Schowalter?
Einer, der Visionen hat, ohne zu missionieren. Der Mut machen will, ohne alles besser wissen zu müssen. Der gerne bunt, laut und unbequem war – „ein bunter Vogel“, wie er sagt. Als seine Bewerbungen als Jugendreferent scheiterten, packte er mit 22 Jahren den Rucksack und trampte los. Daraus wurden drei Jahre, mit vielen Reisen, vielen Geschichten – die er später auf Dia-Vorträgen in Schulen und bei Festen erzählte. Immer mit dem Wunsch: etwas wecken, nicht überreden.Heute ist er der Fels in DAS HAUS – und sucht Menschen, die mit ihm weiterbauen wollen an einem Ort, der nicht perfekt ist, aber voller Leben.
Dieser Beitrag wurde geschrieben von: Redaktion
Fotos © Armin Schowalter (3), Redaktion (1), Joshua Mack (1)