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Das Haus (Südstern e.V.)

Ein Ort voller Ideen, Begegnung, Veränderung

Viele kennen DAS HAUS – zumindest von außen. Es steht am Ortsende in der Weißenburger Straße, ein zweistöckiger, schlichter Bau, oft mit Veranstaltungsplakaten davor, irgendwo zwischen charmant alternativ und rätselhaft. Wer oft vorbeifährt, fragt sich vielleicht: Was passiert eigentlich da drin?

Die Antwort ist: ziemlich viel

Seit 2004 ist das Südstern-Haus ein Ort für Begegnung, Engagement und gelebte Gemeinschaft. Fast täglich passiert etwas - montags eine Spielgruppe für Kinder, dienstags trifft man sich zum Jonglieren im Park, mittwochs ist Platz für Vereine oder Initiativen, donnerstags wird Fußball gespielt, freitags versammeln sich Pfadfinder und samstags werden Hauspartys oder Geburtstage gefeiert, es gibt Konzerte, die Offene Bühne, oder das große Hin & Her Festival.

Ein Ort, an dem Gemeinschaft gelebt wird

Beim Einzug: Armin Schowalter, der Vermieter Herr Hopfensperger (mittlerweile verstorben) und der erste Mitbewohner der Haus-WG

2004 fing alles mit einer kleinen, mutigen Gruppe von etwa 20 Menschen an rund um Armin Schowalter – Mitglieder aus verschiedenen Evangelischen Freikirchen, alle mit dem Wunsch, mehr zu bewegen als bloß Gemeindearbeit. Sie nahmen mit, was ihnen an ihrer Herkunft gefiel, ließen aber konservative Strukturen hinter sich. Bis heute ist DAS HAUS, wie es viele inzwischen nennen, ein Ort, an dem Menschen sich begegnen, vernetzen, voneinander lernen. Sozialarbeiter, Lehrer, Psychologen, Künstler, Engagierte beiderlei Geschlechts – viele bringen sich ein, andere brauchen Unterstützung. Und alle sind willkommen.

Ein Ort, an dem Ideen wachsen

Ein Projekt, das viele geprägt hat, war das Café Asyl – 2014 als Anlaufstelle für Geflüchtete ins Leben gerufen. Einige der Aktivitäten hatten ihre Geburtsstunde im Haus. Das Café Asyl wurde später ausgelagert, bleibt aber nach wie vor ein Symbol für gelebte Solidarität. Zur Unterstützung gehörten ein Lernnachhilfeprojekt, eine Fahrradwerkstatt, Unterstützung bei Behördengängen oder Arztterminen sowie Hilfe in Notsituationen. Schowalter: „Es war eine absolut intensive Phase, die alle Ressourcen forderte – aber auch viel bewegte."

Feste ohne Eintritt – nur mit Hut und ganz viel Herz

21.06.2013: Erste Fête de la Musique , damals mit einem Dîner en blanc als Startschuss

Legendär ist die Fête de la Musique, die immer am 21. Juni gefeiert wird. Ein großer Kraftakt, organisiert vom Team rund um Armin Schowalter. Die Planung beginnt schon neun Monate zuvor, denn das Fest in der Stadt lebt vom Einsatz vieler Freiwilliger. Alles wird ehrenamtlich gestemmt: Man arbeitet mit, tanzt, chillt draußen, feiert – und das ganz ohne Eintritt, nur mit dem „Hut“ für Spenden.

Unterstützt die Stadt dabei? "Ja, DAS HAUS ist eine Konstante", meint Armin Schowalter und räumt ein: "Am Anfang gab es durchaus gewisse Vorbehalte uns gegenüber, weil wir ein Kontrapunkt sind zu anderen Veranstaltungsstätten. Christlich geprägt, alternativ, nicht immer perfekt. Aber die Vorbehalte sind längst Vergangenheit und inzwischen unterstützt uns die Stadt auch mit dem Sicherheitskonzept. Das könnten wir ja alleine nicht mehr schaffen."

Gemeinschaft im Mitgliederkreis

Auch privat ist die Gemeinschaft lebendig. "Wir organisieren für unsere Mitglieder und Interessierte Ausflüge, nach Paris oder in den Europapark oder eine Silvesterfreizeit mit gemietetem Haus im Wald. Das sind immer wieder Highlights, die den Zusammenhalt fördern. Und diese Begegnungen sind uns sehr wichtig."

Freakstock statt Wacken?

Armin liegt auch das Festival Freakstock am Herzen – ein alternatives christliches Musik- und Begegnungsfestival auf einem alten DDR-Flugplatz, das viele anzieht, die spirituell aufgeschlossen, aber nicht dogmatisch sind. "Anfangs waren wir da eine riesige Gruppe, inzwischen werden es weniger, da will ich wieder motivieren, dass mehr mitkommen."

Doch die Zeiten ändern sich. Viele der "Gründungs-Vögel" haben inzwischen eigene Familien, sind beruflich eingebunden, zeitlich eingeschränkt – aber DAS HAUS bleibt weiterhin für sie ein wichtiger Bezugspunkt.

Kultur mit Haltung – nicht perfekt, aber echt

Das Südstern-Haus ist keine Hochglanzlocation, sondern ein Kulturort mit Haltung. Ein Beispiel unter vielen: Nicht jede Preissteigerung wird mitgemacht – das Bier kostet seit 2009 immer noch 2,50 Euro. Man will bewusst erschwinglich bleiben – für alle.

Und wer hält das alles am Laufen?

21.06.2022: Armin Schowalter bei der Fête de la Musique (Foto von Rolf Epple)

Armin Schowalter. Der bescheidene „Manager“ im Hintergrund, der lieber Gemeinschaft gestaltet als sich in den Vordergrund zu spielen. Sein Wunsch für DAS HAUS: jemand, der mitzieht. Jemand, der bereit ist, Zeit, Herz und Vision einzubringen, um ihn auch ein Stückweit zu entlasten. "Es ist sehr viel Organisationsarbeit, das Tagesgeschäft am Laufen zu halten. Regelmäßige Unterstützung wäre da sehr wichtig."

Wer ist Armin Schowalter?

Einer, der Visionen hat, ohne zu missionieren. Der Mut machen will, ohne alles besser wissen zu müssen. Der gerne bunt, laut und unbequem war – „ein bunter Vogel“, wie er sagt. Als seine Bewerbungen als Jugendreferent scheiterten, packte er mit 22 Jahren den Rucksack und trampte los. Daraus wurden drei Jahre, mit vielen Reisen, vielen Geschichten – die er später auf Dia-Vorträgen in Schulen und bei Festen erzählte. Immer mit dem Wunsch: etwas wecken, nicht überreden.

Heute ist er der Fels in DAS HAUS – und sucht Menschen, die mit ihm weiterbauen wollen an einem Ort, der nicht perfekt ist, aber voller Leben.

INFOBOX
Website Das Haus

Viele Bilder von vergangenen Veranstaltungen auf Instagram

Dieser Beitrag wurde geschrieben von: Redaktion

Fotos © Armin Schowalter (3), Redaktion (1), Joshua Mack (1)